Dieter Bambauer

In einem PPP profitieren die Akteure vom Wissen und der Erfahrung der Partner – eine wichtige Voraussetzung für erfolgreiche Projekte.

Medienmitteilungen

PPP-Modell vermehrt für institutionelle Anleger interessant?

16.12.2011

Bern, 16.12.2011 Die Finanzkrise Europas wird zu einer Verteuerung und Verknappung von Bankkrediten führen, was auch die Realisierung von Infrastrukturprojekten tangieren dürfte. Vorhaben, die in öffentlich-privaten Kooperationen und mit starken Partnern geplant werden, könnten daher vermehrt institutionelle Anleger anziehen. Darauf setzt der Verein PPP Schweiz, der heute Experten der Finanzwirtschaft zum Thema „Neue Wege der Finanzierung von PPP-Vorhaben“ zu Wort kommen liess.

Die Finanzkrisen 2008 und 2011 haben die Kapitalbeschaffung der öffentlichen Hand und privater Investoren auch in der Schweiz in hohem Masse tangiert und viele Fragen aufgeworfen. Die Schwäche des Euro hat die Verunsicherung weiter verstärkt und weite Kreise gezogen. Gemäss Niklaus Scheerer, Vizepräsident des Vereins PPP Schweiz, werden sich die Finanzierungskosten allgemein ändern – nicht nur für PPP Projekte. Die höheren Pflichten zur Eigenmittelunterlegung werden zu einer Verteuerung und Verknappung von Bankkrediten führen. Insbesondere PPP Projekte seien deshalb geeignet, sich auch andere langfristige Finanzierungsinstrumente (vornehmlich von Versicherungen, Fonds, Pensionskassen) zu sichern, so Scheerer. Wie gut die Bonität von Staaten in Zukunft sein wird, wird die nächste Zeit zeigen. Nach Scheerer ist es durchaus denkbar, dass ein PPP Projekt stärker als der Staat eingestuft werde.

Die erwartete weiterhin starke Zunahme des öffentlichen Verkehrs könnte gemäss Jürg Stöckl, Leiter SBB Immobilien und Gastgeber der Informationsveranstaltung des Vereins PPP Schweiz, dazu führen, dass auch Investitionen in attraktiver Bahnhofsnähe vermehrt in öffentlich-privater Zusammenarbeit geprüft und realisiert werden könnten.

Potential für Kooperationen

Gemäss Mark Honauer, Leiter Immobilien Schweiz bei der SUVA, wird das bezüglich Finanzierbarkeit, Wirtschaftlichkeit und Nachhaltigkeit vorhandene Potential für eine erfolgreiche Zusammenarbeit zwischen öffentlichen Bauherren und privaten und institutionellen Investoren heute ungenügend genutzt. Mögliche Stolpersteine für ein Engagement institutioneller Investoren sieht Honauer bei den behördlichen Auflagen bzgl. Anlagerichtlinien und der Unkenntnis über die materiellen Rahmenbedingungen. Trotzdem sieht er Potential für Kooperationen zwischen öffentlichen Bauherrschaften und institutionellen Anlegern.

Nach Dr. Barbara Weber, B Capital Partners, können PPP-Vorhaben im Infrastrukturbereich für institutionelle Anleger die Risiken meiden eine attraktive Alternative zu Staatsanleihen und Immobilien darstellen. Dabei passen der langfristige Investitionshorizont und die Lebensdauer von PPP-Vorhaben zu den langfristigen Verbindlichkeiten von institutionellen Investoren. Zudem weisen gewisse PPP-Vorhaben für Infrastrukturanlagen langfristig vorhersehbare, stabile, laufende Einkommensströme auf. Schliesslich bieten, so Weber, ausgewählte Infrastrukturanlagen bis zu 100 Prozent Inflationsschutz.

Neue Formen der PPP-Finanzierung für die Schweiz

Melanie Kunzmann, PPP-Expertin bei der deutschen DKC Deka Kommunal Consult GmbH, zeigte in ihren Ausführungen neben der Projektfinanzierung verschiedene alternative Finanzierungsformen für PPP-Modelle aus Sicht der öffentlichen Hand auf. Diese sind gemäss Kunzmann von interessierten Kantonen und Gemeinden mit Blick auf die jeweiligen Projektziele, die gewünschte Risikoverteilung und die Anreize für den privaten Partner im Einzelfall zu prüfen. Zwingend ist, so die Expertin, eine frühe wirtschaftliche Analyse des Vorhabens. Dadurch können Finanzierungsoptionen entsprechend des vielfältigen öffentlichen Bedarfs systematisch erarbeitet und wirtschaftliche Potentiale erschlossen werden.

Anlässlich der Generalversammlung des Vereins PPP Schweiz wurde als Vertreter des Bundes neu VBS-Rüstungschef Ulrich Appenzeller in den Vorstand gewählt. Er übernimmt die Aufgabe von Jakob Baumann, seinem Amtsvorgänger, der weiterhin im Vorstand mitarbeitet.

Weitere Informationen

Lorenz BöschPräsident Verein PPP Schweiz079 426 54 19
Heinz GutGeschäftsführer Verein PPP Schweiz079 400 57 09

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